KI-Lab & Angewandte KI
Prototypen für die nächste Generation der Wissensarbeit.

Die Herausforderung
Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein Thema der Tech-Branche. Sie verändert Wissensarbeit, Kommunikation, Evaluation und Organisationsprozesse mit hoher Geschwindigkeit - auch in Kultur- und Bildungseinrichtungen. Gleichzeitig ist das Feld von Unübersichtlichkeit geprägt: zwischen überzogenen Versprechen, berechtigten Sorgen und einer Fülle von Tools, die oft ohne strategischen Zusammenhang eingesetzt werden. Genau darin lag für uns die Herausforderung: KI nicht als Hype oder Abwehrthema zu behandeln, sondern als Gestaltungsaufgabe.
In vielen unserer Beratungsprojekte sehen wir, wie stark Organisationen unter Zeitdruck, Komplexität und überlasteten Arbeitsprozessen stehen. Selbst dort, wo Förderbedingungen stimmen, fehlt oft die Zeit für konzeptionelle Tiefe, Reflexion und Kommunikation. Für uns stellte sich deshalb die Frage, wie KI so eingesetzt werden kann, dass sie nicht zusätzliche Unruhe erzeugt, sondern Handlungsfähigkeit zurückgibt.
Unser Ansatz
Auf unserer Strategieklausur 2026 haben wir deshalb entschieden, KI ins Zentrum unserer Aktivitäten zu stellen. Das betrifft unsere eigene Arbeitsweise ebenso wie unsere zukünftige Positionierung als Vordenker für neue Technologien in Evaluation, Datenvisualisierung, anwendungsorientierter Kulturforschung und strategischer Kommunikation. Unser Ansatz ist dabei ausdrücklich kein unkritisches Mitlaufen mit der Tech-Industrie. Uns interessiert ein eigener Weg: praxisnah, datensouverän, experimentell und anschlussfähig an reale Herausforderungen in Kultur- und Bildungsorganisationen.
Wir arbeiten an der Schnittstelle von Kultur und angewandter künstlicher Intelligenz. Dabei geht es uns vor allem um Übersetzungsarbeit: zwischen Tech-Diskursen und den konkreten Fragen von Verwaltungen, Kultureinrichtungen, Forschungszusammenhängen und Bildungsakteur*innen. Statt abstrakter Zukunftsbehauptungen erproben wir Werkzeuge und Workflows in verschiedenen Kontexten selbst - von AI Writing Labs über KI-gestützte Datenvisualisierung und Präsentationserstellung bis hin zu Fragen lokaler, datensouveräner KI-Infrastrukturen.
Die Lösung
Aus diesem Anspruch heraus bauen wir ein KI-Labor auf. Es dient als Raum für Peer Learning, Experimente und die Entwicklung anwendungsorientierter Formate. Erste Kooperationen sind bereits angelaufen. Dr. Christian Steinau übernimmt unter anderem die neu eingerichtete KI-Forschungswerkstatt von Jutta Bergen / Coachingzone Wissenschaft. Dort gibt er einmal im Monat Einblicke in wechselnde Themen wie Datenvisualisierung mit KI, AI Writing Labs, Präsentationserstellung mit KI und KI in der Wissenschaftskommunikation. Weitere Kooperationen - unter anderem mit der Universität Göttingen - sind in Vorbereitung.
Parallel dazu entwickeln wir eigene Formate und Vorträge, etwa zu lokalen und datensouveränen KI-Lösungen für die persönliche Arbeitsumgebung. Dabei geht es bewusst nicht nur um Tool-Kompetenz, sondern um Souveränität: Wie lassen sich neue Technologien so einsetzen, dass Organisationen Kontrolle behalten, Prozesse sinnvoll vereinfachen und Zeit für inhaltlich Wesentliches zurückgewinnen? Genau darin sehen wir den Kern unserer Arbeit an neuer Wissensarbeit.
Wirkung & Transfer
Ein wichtiger öffentlicher Schritt in diese Richtung war die Tagung "KI als Partner? Neue Wege in der Evaluation von Kultur & Kulturpolitik", die Dr. Christian Steinau als Co-Sprecher des Arbeitskreises Kultur und Kulturpolitik der DeGEval gemeinsam mit Partner*innen für März 2026 im Goethe-Institut München auf den Weg gebracht hat. Die Resonanz auf dieses Thema ist gross, weil viele Akteur*innen spüren, dass KI die Praxis von Evaluation, Berichterstattung, Analyse und Kommunikation tiefgreifend verändern wird - ohne dass dafür bereits tragfähige Routinen existieren.
Für das Cultural Policy Lab ist diese Arbeit deshalb mehr als ein neues Themenfeld. Sie markiert eine programmatische Weiterentwicklung. Wir wollen KI nicht bloss kommentieren, sondern Modelle entwickeln, mit denen Kultur- und Bildungsorganisationen neue Technologien so einsetzen können, dass sie Freiräume gewinnen, Wirkung besser verstehen und souveräner handeln. Unser Ziel ist eine Transformation jenseits der Tech-Bubble: mit mehr Klarheit, mehr Eigenständigkeit und mehr Zeit für das Wesentliche.


